Spinnen
Was hat Spinnen mit Ahnen und Ahninnen zu tun?
Ganz ganz viel! Aus einer Wolle spinnt die Spinnerin mit einer Spindel oder einem Spinnrad einen Faden, der irgendwo anfängt und solange kein Ende findet bis die Spinnerin nicht weiterspinnt. Thomas Mann sagte, dass „die Gewohnheit wie ein Seil ist. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.“
Welche Fäden haben unsere Ahnen und Ahninnen gesponnen und in welchen Fäden finden wir uns heute verstrickt? Welchen Faden sollte man lieber durchschneiden und welchen Faden sollte man aufgreifen? Welcher Faden könnte zum ganz persönlichen roten Fade des eignen Lebens werden und welcher gut gemeinte rote Faden sollte lieber verabschiedet werden?
Erfahrungen mit dem Handspinnen
Wenn ich spinne, stelle ich mir vor in die Zeit zurückzuwandern und eine liebevolle Betrachtung auf meine Ahnen und Ahninnen zu haben. Dabei frage ich mich welche von den Bildern, die beim Spinnen entstehen, es Wert sind genährt zu werden? Welche Bilder hingegen sollte man endlich verabschieden? Welchen Faden spinne ich für die Zukunft, wenn ich meine Betrachtung auf das, was vielleicht vor mir liegt, lege? Wenn ich den Faden spinne kann ich ihn mit positiven Gedanken aufladen, denn die Energie folgt der Aufmerksamkeit! So nütze ich auch die Gelegenheit, wenn der Faden aus meinen Händen entsteht, um meine Wünsche in die Wolle zu verwirbeln - also pure Schöpferinnenkraft!
Ein Faden - was für ein Schatz
In Kapellen in der Steiermark, wo das größte funktionierende Spinnrad der Welt sich befindet, habe ich mit Ingrid Deininger, die eine äußerst einzigartige Spinnmeisterin war, meine so zusagen ersten Spinnschritte gemacht. Danach entdeckte ich das Handspinnen mit Johanna Carter und bin dem komplett verfallen. Ohne der Handspindel, die wir aus Märchen und Sagen kennen, hätten wir in der Vergangenheit und auch heute keine Kleidung, kein Seil für die Segelschiffe und kein Garn, um ein Netz zu knüpfen. Mit der Hand zu spinnen ist in vielen Ländern noch heute üblich und sollte auch in unseren Breiten nicht in Vergessenheit geraten. Ich kann es nur empfehlen, denn für mich ist es ein Weg in den inneren Frieden und Gelassenheit, ein besonderer meditativer Akt.
Wenn du also die Meditation zum Herz der Erde, die du hier auf meiner Webseite findest, machst, überlege dir, ob du nicht einen selbst gesponnen Faden verwendest. Alles, was aus eigner Kraft entsteht, bekommt von uns einen achtsameren und liebevolleren Umgang - wir gehen sorgfältiger damit um, weil wir wissen wie viele Liebe und Arbeit darin steckt. Wenn du also deinen selbst gesponnenen Faden für deine ganz persönlichen Wünsche nützen wirst, wird das eine ganz andere Kraft haben. Probiere es aus!
